Eva zu Beck: Ein One-Way-Ticket nach Nepal. Und ein Leben voller Abenteuer.

Eva zu Beck: Ein One-Way-Ticket nach Nepal. Und ein Leben voller Abenteuer.

Oxford. Karriere in London. Ein Leben mit besten Aussichten. Und eine junge Frau, die plötzlich ganz andere Pläne hat. Mit 26 Jahren kauft Eva zu Beck ein One-Way-Ticket nach Nepal. Was als Auszeit beginnt, entwickelt sich zu einem außergewöhnlichen Leben voller Abenteuer, Freiheit und der Frage, was einen Menschen wirklich glücklich macht. Heute gehört sie zu den bekanntesten Abenteurerinnen der Welt, moderiert ihre eigene Serie für National Geographic und begeistert mit ihren Filmen Millionen Menschen.

Bilder
© Josh Monie

Es gibt diesen Moment im Leben, in dem man sich fragt, ob das eigentlich schon alles gewesen sein soll. 

Bei Eva zu Beck kommt dieser Moment erstaunlich früh. Sie ist Mitte zwanzig, hat in Oxford studiert, arbeitet in London und führt ein Leben, um das sie vermutlich viele beneiden. Ihr Lebenslauf ist beeindruckend, ihre beruflichen Aussichten sind ausgezeichnet. Nur glücklich ist sie damit nicht.

Eva wurde 1991 in Polen geboren und wuchs in Polen und England auf. Nach ihrem Studium der deutschen und französischen Sprache an der University of Oxford begann sie eine Karriere in der Medienbranche. Sie war verheiratet, verdiente gutes Geld und hatte allen Grund, an ihrer bisherigen Lebensplanung festzuhalten. Doch je länger sie darüber nachdachte, desto deutlicher wurde ihr, dass sie eigentlich etwas ganz anderes wollte. Sie wollte die Welt kennenlernen, Abenteuer erleben und herausfinden, was das Leben jenseits der gewohnten Strukturen für sie bereithielt.

2017 kündigt sie ihren Job, beendet ihre Ehe und kauft ein One-Way-Ticket nach Nepal. Einen ausgefeilten Plan für die kommenden Jahre hat sie nicht. Dafür eine gehörige Portion Neugier und die Bereitschaft, sich auf Dinge einzulassen, von denen sie noch wenig versteht.

Im Himalaja unternimmt sie ihre ersten längeren Trekkingtouren, obwohl sie weder über besondere Erfahrung noch über die passende Ausrüstung verfügt. Die körperlichen Anstrengungen, die gewaltige Bergwelt und die Begegnungen unterwegs begeistern sie so sehr, dass aus der geplanten Auszeit allmählich eine völlig neue Lebensperspektive wird.

Bilder

Die Welt ist größer, als wir denken


2018 reist Eva nach Pakistan, wo sie schließlich mehr als ein Jahr verbringt. Sie erkundet abgelegene Bergregionen, lebt zeitweise bei einheimischen Familien und entdeckt ein Land, das in den internationalen Medien häufig auf Konflikte und Sicherheitsfragen reduziert wird. Was sie erlebt, begeistert sie: überwältigende Gastfreundschaft, beeindruckende Landschaften und Begegnungen, die ihren Blick auf die Welt verändern.

Sie beginnt, ihre Reisen auf YouTube zu dokumentieren. Ihre Filme finden schnell ein internationales Publikum. Eva begegnet ihren Gastgebern mit großer Neugier und Offenheit. Sie interessiert sich für ihre Kultur, ihren Alltag und die persönlichen Geschichten hinter den Schlagzeilen. Dabei gerät sie selbst immer wieder an ihre Grenzen.

2019 kauft sie in der Mongolei zwei Pferde und macht sich allein auf den Weg durch die Steppe. Ein Abenteuer, das selbst erfahrenen Reitern einiges abverlangen würde. Eva muss sich den Umgang mit den Tieren und die Herausforderungen einer solchen Reise erst erarbeiten. Sie macht Fehler, improvisiert und erlebt, wie anspruchsvoll es sein kann, in einer weitgehend menschenleeren Landschaft auf sich allein gestellt zu sein.

Ein Jahr später verschlägt es sie auf die jemenitische Insel Sokotra. Eine faszinierende Welt mit bizarren Drachenblutbäumen und Landschaften, die wie von einem anderen Planeten wirken. Als die Coronapandemie den internationalen Reiseverkehr weitgehend zum Erliegen bringt, bleibt Eva rund drei Monate auf der abgelegenen Insel. Sie verbringt viel Zeit in der Natur, schläft unter freiem Himmel und erlebt einen Alltag, der mit ihrem früheren Leben in London kaum noch etwas gemeinsam hat.

Diese Erfahrungen verändern sie. Eva gewinnt an Selbstvertrauen, entwickelt neue Fähigkeiten und lernt, mit Unsicherheit umzugehen. Sie entdeckt, wie viel sie aus eigener Kraft schaffen kann und wie bereichernd es ist, sich auf unbekannte Menschen, Kulturen und Situationen einzulassen.

Mit der Zeit erkennt sie allerdings auch, welchen Preis ein Leben in ständiger Bewegung haben kann. Jeder neue Aufbruch bedeutet einen Abschied. Freundschaften, Beziehungen und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören, bekommen eine andere Bedeutung.

Ein Land Rover namens Odyssey

2022 erfüllt sich Eva einen Traum, den viele in der OLLI-Community bestens nachvollziehen können. Sie macht einen alten Land Rover Defender zu ihrem Zuhause und bricht zu einer ausgedehnten Reise durch Nordamerika auf. Ihr Defender trägt den Namen Odyssey und ist mit seinen damals rund 18 Jahren bereits ein ziemlich erfahrener Zeitgenosse.

Die Reise beginnt in Mexiko und führt sie durch die Vereinigten Staaten und Kanada bis nach Alaska, teilweise mit den beiden Friends of OLLI, Mathilde und Nick von @nextmeridian.expedition. Unterwegs bekommt sie Gesellschaft von Vilk, einem jungen Deutschen Schäferhund, der fortan zu ihrem festen Reisebegleiter wird.

Gemeinsam verbringen sie Monate in den unterschiedlichsten Landschaften Nordamerikas. Eva entdeckt abgelegene Regionen, fährt über einsame Pisten und genießt die Möglichkeit, ihren Alltag weitgehend selbst zu bestimmen. Ihr Defender bietet gerade genug Platz für alles, was sie braucht, und bringt sie an Orte, die mit einem gewöhnlichen Reisefahrzeug schwer zu erreichen wären.

Natürlich gehört zu einem solchen Leben auch die weniger romantische Realität. Ein älterer Geländewagen braucht Aufmerksamkeit, abgelegene Regionen verlangen gute Vorbereitung, und mit einem Hund an Bord trägt Eva zusätzliche Verantwortung. Doch gerade diese Mischung aus Unabhängigkeit, Improvisation und unmittelbarem Naturerlebnis macht für sie den Reiz des Unterwegsseins aus.

Odyssey wird über die Jahre zu weit mehr als einem Fortbewegungsmittel. Der Defender steht für eine Lebensentscheidung, die Eva inzwischen seit vielen Jahren begleitet: möglichst selbstbestimmt zu leben und offen zu bleiben für das, was unterwegs passiert.

Bilder
Bilder
Bilder
Den Weg nach Alaska bestritt sie zum Teil mit den beiden Friends of OLLI, Mathilde und Nick von @nextmeridian.expedition

Von der Reisenden zur Abenteurerin

Während Eva immer größere Teile der Welt erkundet, verändert sich auch die Art ihrer Abenteuer. Aus der jungen Frau, die 2017 ohne nennenswerte Trekkingerfahrung in den Himalaja aufbrach, wird eine Athletin, die sich gezielt extremen körperlichen und mentalen Herausforderungen stellt.

2024 nimmt sie am Gobi March teil, einem 250 Kilometer langen Etappenrennen durch die Wüste. Im März 2025 folgt mit dem Lapland Arctic Ultra über 500 Kilometer eine noch anspruchsvollere Herausforderung. Über Tage hinweg muss sie mit Kälte, Erschöpfung und Schlafmangel zurechtkommen, während sie sich durch die arktische Landschaft bewegt.

Was treibt jemanden an, freiwillig solche Strapazen auf sich zu nehmen? Bei Eva scheint es vor allem die Faszination für die eigenen Möglichkeiten zu sein. Sie möchte verstehen, wie Menschen mit außergewöhnlichen Belastungen umgehen, welche Fähigkeiten sie entwickeln können und wie viel von dem, was wir für unsere Grenzen halten, tatsächlich unveränderlich ist.

Diese Neugier prägt inzwischen auch ihre berufliche Laufbahn. Was einst mit selbst gedrehten Reisevideos begann, hat sich zu einer internationalen Karriere als Filmemacherin und Moderatorin entwickelt.

Mit Superskilled with Eva zu Beck bekommt sie ihre eigene Abenteuerserie bei National Geographic. Darin besucht sie Menschen, die bemerkenswerte Fähigkeiten entwickelt haben, und versucht, von ihnen zu lernen. In Mexiko begegnet sie beispielsweise den Rarámuri, die für ihre außergewöhnliche Ausdauer beim Langstreckenlaufen bekannt sind. In Tansania besucht sie die Hadzabe, deren traditionelle Lebensweise als Jäger und Sammler eng mit ihrer natürlichen Umgebung verbunden ist.

Eva interessiert sich für das Wissen und die Erfahrungen ihrer Gastgeber. Sie lässt sich auf ihre Lebensweise ein, stellt Fragen und versucht, die Herausforderungen selbst zu meistern. Ihre Rolle als Moderatorin verbindet sie dabei mit jener Abenteuerlust, die sie schon seit ihren ersten Reisen antreibt.

Heute erreicht Eva zu Beck rund vier Millionen Menschen über ihre Social-Media-Kanäle. Ihre Filme, Expeditionen und Dokumentationen haben sie zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der internationalen Abenteuerszene gemacht.

Eine bemerkenswerte Entwicklung für jemanden, der neun Jahre zuvor seinen sicheren Job kündigte, um mit einem One-Way-Ticket nach Nepal zu fliegen.

Bilder

Wie viel Freiheit macht eigentlich glücklich?

Bei all den spektakulären Erlebnissen beschäftigt Eva inzwischen zunehmend eine Frage, die auf den ersten Blick überraschend erscheint: Wie glücklich macht ein Leben, in dem man praktisch jederzeit tun kann, was man möchte?

Sie hat sich eine Freiheit erarbeitet, von der viele Menschen träumen. Sie kann reisen, wohin sie möchte, ihre Leidenschaft zum Beruf machen und ihre Zeit weitgehend selbst gestalten. Doch die Jahre unterwegs haben ihr auch gezeigt, wie anspruchsvoll ein Leben ohne festen Lebensmittelpunkt sein kann.

Eva spricht offen über Einsamkeit, Selbstzweifel und Erschöpfung. Darüber, wie schwierig es sein kann, enge Beziehungen zu pflegen, wenn man ständig weiterzieht. Und über die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Abenteuerlust und dem Wunsch nach Beständigkeit.

Diese Offenheit macht ihre Geschichte besonders interessant. Denn Eva hat inzwischen vieles erreicht, was sie sich zu Beginn ihrer Reisen erhofft hatte. Trotzdem ist ihre Suche nach einem erfüllten Leben längst nicht abgeschlossen.

Vielleicht ist das auch die wichtigste Erkenntnis aus ihren bisherigen Abenteuern: Freiheit ist etwas sehr Persönliches. Was sie für den einen bedeutet, kann für einen anderen vollkommen anders aussehen. Und manchmal verändert sich die eigene Vorstellung davon mit jeder neuen Erfahrung.

Eva hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie bereit ist, ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen und deren Konsequenzen zu tragen. Sie hat gelernt, sich in fremden Kulturen zurechtzufinden, körperliche Herausforderungen zu meistern und auch dann weiterzumachen, wenn die Dinge anders laufen als geplant.

Ihr persönliches Motto lautet The World Belongs to the Brave – die Welt gehört den Mutigen.

Wer ihre Geschichte kennt, versteht, dass dieser Satz für sie weit über spektakuläre Expeditionen hinausgeht. Der vielleicht wichtigste Schritt ihrer bisherigen Reise war schließlich jener, mit dem alles begann: die Entscheidung, ihr eigenes Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Und wohin dieser Weg sie noch führen wird? Wir sind gespannt.

Bilder

The Wilder Way: Eva zu Beck über Mut, Abenteuer und ein Leben voller Freiheit

Ist ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit wirklich das ultimative Traumleben? In ihrem neuen Buch The Wilder Way nimmt Eva zu Beck uns mit auf ihre achtjährige Reise zwischen Abenteuerlust, Selbstzweifeln und überwältigendem Glück.

Wir haben das Buch gelesen und waren vor allem von der Offenheit beeindruckt, mit der Eva ihre Geschichte erzählt. Sie nimmt uns mit in spektakuläre Landschaften, zu außergewöhnlichen Begegnungen und an Orte, die man am liebsten sofort selbst entdecken würde. Gleichzeitig gewährt sie einen sehr persönlichen Einblick in die weniger glamourösen Seiten ihres Lebens.

Identitätskrisen, Ängste und Erschöpfung gehören ebenso zu ihrer Geschichte wie tiefe Naturverbundenheit, grenzenlose Neugier und das wunderbare Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein. Eva beschreibt eindrucksvoll, wie sich ihre Vorstellung von Freiheit über die Jahre verändert hat und warum ein selbstbestimmtes Leben immer wieder neue Entscheidungen verlangt.

Unser Fazit: Ein persönliches, inspirierendes Buch über die Suche nach sich selbst und den Mut, dem eigenen Bauchgefühl zu folgen. Es weckt Fernweh, regt zum Nachdenken an und lässt einen die eigenen Abenteuer zumindest schon einmal in Gedanken planen.

Und vielleicht ist genau das die schönste Wirkung dieses Buches: dass man es irgendwann zur Seite legt und sich fragt, worauf man eigentlich noch wartet.

Eva zu Beck – The Wilder Way
Über Mut, Abenteuer und ein Leben voller Freiheit
Malik Verlag / Piper · 336 Seiten
20,00 € (DE) · 26,90 CHF (CH)
ISBN 978-3-89029-626-5

→ ⁠Buch beim Piper Verlag entdecken


Folge Eva auf:

Fotos: © Eva zu Beck 

Bilder

Wir verlosen vier Exemplare!

Du möchtest Evas Buch selbst lesen? Dann haben wir etwas für dich: OLLI verlost vier Exemplare der deutschsprachigen Ausgabe von The Wilder Way.

→ Jetzt bei unserer Buchverlosung mitmachen!

OLLI – ONE LIFE. LIVE IT.
Newsletter abonnieren

Keine Floskeln. Kein Spam. Kein Bullshit. Dafür echte Geschichten, neue Fahrzeuge, frisches Equipment und alles, was draußen zählt. Jeden Freitag in deinem Postfach.

Cookies. So einfach ist das.

Wir brauchen sie, damit OLLI funktioniert – und damit wir verstehen, was euch bewegt. Damit du das findest, was dich wirklich interessiert. Deine Daten bleiben bei uns. Kein Handel. Kein Hokuspokus. Keine Tricks. Kein Bullshit. Mehr dazu in unserer Cookie Policy