“Let’s do it“ – und der Traum von sieben Kontinenten wird zur Next Meridian Expedition.
Was als flüchtiger Gedanke auf einem Berggipfel in Montenegro begann, wurde zum größten Abenteuer ihres Lebens: Mathilde und Nick folgen seit 2022 dem Traum, alle sieben Kontinente im Defender „Albatross“ zu durchqueren – getrieben von Neugier, Sehnsucht und der Magie eines einzigen Satzes: Let’s do it.
Mathilde & Nick wollten nicht einfach nur die Welt umrunden – sie wollten herausfinden, wie sich ein Leben jenseits von Routinen anfühlt. Seit 2022 sind sie mit ihrem Defender „Albatross“ unterwegs, haben bereits fünf Kontinente durchquert und lernen dabei, dass das größte Abenteuer nicht die Route, sondern der Alltag im Unbekannten ist.
Ihre Next Meridian Expedition ist mehr als eine Reise: Sie ist der Versuch, Vertrauen über Planung zu stellen, Freiheit über Sicherheit – und zu zeigen, dass ein Traum Realität werden kann, wenn man bereit ist, ihn wirklich zu leben.
Was als Gedankenspiel auf einem Roadtrip begann, wurde zum Lebensprojekt. Heute finanzieren sie ihre Expedition durch Social Media, teilen ihre Erlebnisse mit einer stetig wachsenden Community – und leben einen Alltag, der kein Alltag mehr ist. In diesem Gespräch erzählen Mathilde & Nick von magischen Momenten, von der Realität hinter den Kulissen, und von der Überzeugung, dass man jeden Traum verwirklichen kann, wenn man den Mut hat, loszufahren.
„Das größte Abenteuer ist nicht die Route, sondern der Alltag im Unbekannten.“
Über euch und eure Reise
Stellt euch kurz vor: Wer seid ihr? Wie lange seid ihr schon unterwegs? Was habt ihr bisher gemacht? Wo lebt ihr gerade? Und was kommt als Nächstes?
Wir sind Nick & Mathilde aus Frankreich, Nick ist außerdem halb Italiener. Seit April 2022 sind wir mit unserem Land Rover Defender namens Albatross unterwegs und haben bereits 5 Kontinente bereist: Europa, Nord- und Südamerika, die Antarktis, Australien – und nun Asien, unser 6. Kontinent. Im Moment sind wir in Indonesien und bewegen uns langsam nach Norden bis nach China, dann weiter nach Westen bis nach Kasachstan, bevor wir Richtung Süden nach Saudi-Arabien und schließlich nach Afrika fahren. Unser Ziel: Kapstadt in Südafrika. Unser Traum: alle 7 Kontinente bereisen.
Erinnert ihr euch an den Moment, als ihr zum ersten Mal gespürt habt: Ich will raus. Ich will mehr vom Leben?
Ja – 2020 auf einem Roadtrip von Paris nach Montenegro, während unserer üblichen zwei Wochen Urlaub. Auf einem Berggipfel in Montenegro, kurz bevor es zurück nach Paris ging, fragten wir uns: „Was wäre, wenn wir einfach weiterfahren und nie zurückkehren?“… „Geht das überhaupt?“… „Ist das nicht viel zu teuer?“ Nach einer Woche voller Gedanken und Recherchen sagten wir beide: LET’S DO IT. Bis heute bekommen wir Gänsehaut, wenn wir daran denken. Zwei Jahre später ging es los. Die vier entscheidenden Schritte: ein Poster mit Monatszielen bis zur Abreise, den Kauf von Albo, die Kündigung unserer Jobs – und am 18. April 2022 die Türen schließen und losfahren.
Wie sieht euer Alltag auf Reisen aus – oder gibt es den nicht mehr?
Die Aufregung ist immer noch da! Aber wir haben uns ans Overlanding gewöhnt und daran, wie internationales Unterwegssein funktioniert. Die Freude, jeden Tag ein unbekanntes Ziel zu erreichen – sei es eine Wanderung, ein Strand, ein Offroad-Abenteuer, eine Begegnung, eine Grenzüberquerung, ein Wildcampingplatz, eine Sprache oder Kultur – ist so frisch wie am ersten Tag. Noch nie haben wir ans Aufhören gedacht. Im Gegenteil: Wir haben unsere geplante Weltreise von 3 auf 5 Jahre verlängert.
Was war der beste Ort bisher – und warum?
Argentinien! Das Land ist bisher unser Favorit, Südamerika unser Lieblingskontinent. Kultur, Sprache, die Menschen, die Energie in den Städten, die Musik an jeder Straßenecke, die Neugier und Freundlichkeit, die dramatischen Anden, die Lagunen, die Vielfalt an Landschaften und Klimazonen – einfach episch.
„Oh Mann, dich erwartet etwas Großes! Zweifel nicht. Es ist das Beste, was du jemals erleben wirst.“
Gab es Momente, in denen ihr alles hinschmeißen wolltet?
Nur im Scherz – wenn das Auto mal wieder kaputtging. Besonders schlimm war es in Australien, wo wir einen Motortausch brauchten, oder in Peru, wo es fast unmöglich war, Ersatzteile zu bekommen. Aber ernsthaft: Aufgeben? Niemals.
Wenn ihr eurem früheren Ich einen Satz vor der Abreise sagen könntet – welcher wäre das?
„Oh Mann, dich erwartet etwas Großes! Zweifel nicht. Es ist das Beste, was du jemals erleben wirst. An dem Tag, an dem du deinen Job kündigst, die Autotüren schließt und die ersten Kilometer fährst – wirst du es verstehen.“
Die Frage aller Fragen
Wie finanziert ihr das? Und wie geht ihr mit der Unsicherheit um?
Wir sind mit Ersparnissen für 3 Jahre gestartet, die allerdings nach 2 Jahren fast aufgebraucht waren. Zum Glück nicht ganz – denn nach dem ersten Jahr haben wir angefangen, über Social Media Einnahmen zu generieren (YouTube, Patreon, Partnerschaften). Heute finanziert das unsere Reise komplett. Dadurch konnten wir mehr Aktivitäten machen, langsamer reisen und die Expedition um 2 Jahre verlängern.
Aber: Es ist harte Arbeit. Viele denken: „Ihr macht ein paar Videos und habt Glück.“ Wir gönnen jedem, so seinen Lebensunterhalt zu verdienen – aber es ist nicht einfach – die Konkurrenz ist riesig. Außerdem ist es ein unsicheres Modell: Social Media kann jederzeit wegbrechen – durch eine Sperrung, einen Hack, eine schlechte Phase oder schlicht den Verlust der Motivation. Man muss es lieben, sonst brennt man aus.
„Wir haben erfahren: Menschen sind gut – überall.“
Reisen als Lebensprinzip
Was bedeutet das für euch – jenseits von Postkarten und Bucketlists?
Die Welt sehen, wie sie ist. Menschen wirklich begegnen. Kulturen und Traditionen kennenlernen. Freundschaften schließen. Erfahrungen sammeln. Erinnerungen schaffen. Das Leben genießen – mit Freude, Achtsamkeit und Aufrichtigkeit.
Eines unserer Leitmotive: Wenn du einen Traum hast, mach ihn wahr. Setz dir ein Ziel – und zieh es durch.
Hat das Reisen euren Blick auf die Welt verändert?
100 %. Wir haben gelernt: Menschen sind gut – überall. Die Medien übertreiben oft, schüren Angst und Misstrauen. Unsere eigenen Erfahrungen, ob in touristischen Hotspots oder in abgelegensten Gegenden, waren ausschließlich positiv.
Wir haben unglaubliche Großzügigkeit erlebt – Menschen, die uns aufgenommen, geholfen, alles geteilt haben. Eine Menschlichkeit, die uns bis heute tief bewegt. Wir versuchen, das schon jetzt weiterzugeben – und später erst recht.
Gab es Begegnungen, die euch besonders geprägt haben?
Viele! Zum Beispiel ein Bauer in Guatemala, der uns nach Hause einlud, uns sein Dorf, seine Familie, seine Kühe zeigte. Wir verbrachten zwei Tage bei ihm – er sagte immer: Mi casa es su casa. Bis heute stehen wir in Kontakt.
Oder in Australien, als unser Motor kaputtging: Eine Familie nahm uns auf, gab uns ein Zimmer, ein Auto, Werkzeuge, kochte mit uns, fuhr uns herum – bis Albo wieder lief. Wir sind bis heute in Kontakt und unendlich dankbar.
Und dann all die Begegnungen über Social Media: 314 Einladungen, 71 Menschen haben wir getroffen, in 36 Häusern geschlafen. Jede einzelne Begegnung war einzigartig und unvergesslich.
„Wenn du einen Traum hast, mach ihn wahr. Setz dir ein Ziel – und zieh es durch.“
„Noch nie haben wir ans Aufhören gedacht. Im Gegenteil: Wir haben unsere Weltreise von 3 auf 5 Jahre verlängert.“
Welche Rolle spielt „Heimat“ für euch – und wo würdet ihr sagen: „Hier bleibe ich“?
Nick hatte nie eine feste Heimat – er war immer ein „Expat-Kind“. Mathilde lebte die meiste Zeit in Frankreich, wollte aber schon immer ins Ausland. Europa: Spanien. Außerhalb: Argentinien oder Neuseeland. Und große Hoffnungen setzen wir auf Kapstadt – vielleicht wird das unser Zuhause.
Gibt es etwas, das ihr auf Reisen losgelassen habt – und nicht vermisst?
Freunde und Familie vermissen wir – ihre Entwicklungen mitzuerleben: neue Jobs, Hochzeiten, Kinder. Was wir nicht vermissen: einen Job haben.
Spuren & Sinn: Was wollt ihr hinterlassen – nicht im Sand, sondern bei den Menschen, denen ihr begegnet?
Erinnerungen, die bleiben. Erfahrungen, die sie mitnehmen. Und für manche: eine offene Einladung zu unserem künftigen Zuhause.
Was treibt euch an, wenn es schwierig wird?
Wir beide. Die Großzügigkeit der Menschen. Und die Möglichkeit, einfach weiterzuziehen, wenn ein Ort uns nicht erfüllt. Technische Probleme? Dann wird Nick zum Roboter, organisiert alles und packt es an – keine Zeit fürs Grübeln. Wir wissen: Das ist unsere Reise, und wir tun alles, damit sie gelingt.
„Bis heute bekommen wir Gänsehaut, wenn wir daran denken: Let’s do it.“
Wovon träumt ihr noch – ganz persönlich?
- Die Expedition bis Kapstadt vollenden und alle 7 Kontinente mit Albo bereisen.
- Mit unserem Motorrad Gully Inselstaaten rund um die Welt erkunden.
- Social Media als Lebensunterhalt ausbauen, auch mit Kindern weiterreisen.
- Einen festen Stützpunkt haben – vielleicht in Kapstadt – für Familie und Freunde.
Und wenn unterwegs mehr passiert
Gab es Projekte, Initiativen oder Begegnungen, die mehr sind als euer eigenes Abenteuer?
Unterwegs bleibt es nicht nur bei eigenen Abenteuern. In Kolumbien haben wir ein Korallen-Aufforstungsprojekt unterstützt, unterwegs sammeln wir regelmäßig Müll an unseren Wildcampingplätzen – kleine Gesten, die für uns Teil des Reisens sind.
Für Asien träumen wir davon, gemeinsam mit einer NGO eine Clean-up-Aktion auf die Beine zu stellen. Und weil wir diese Energie gerne teilen, organisieren wir inzwischen selbst Abenteuerreisen: 12 Tage, die Menschen aus ihrer Komfortzone holen – ob zu Fuß, auf dem Motorrad oder bald auch im Overlanding-Fahrzeug.
Noch 2,5 Jahre und rund 50 Länder liegen vor ihnen. Vielleicht endet die Expedition in Kapstadt, vielleicht auch nicht – denn das Ziel ist längst nicht mehr ein Punkt auf der Karte, sondern der Mut, weiterzugehen. Jeder Kilometer zählt, jede Begegnung verändert. Und vielleicht ist genau das die Botschaft ihrer Reise: dass es manchmal nur einen einzigen Satz braucht, um ein Leben zu verwandeln. „Let’s do it.“
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Website: www.nextmeridianexpedition.live