Paso San Francisco: Über die Anden von Chile nach Argentinien

Paso San Francisco: Über die Anden von Chile nach Argentinien

Der Paso San Francisco führt auf fast 4.800 Metern über die Anden von Chile nach Argentinien. Andrea und Mike von 4-xtremes sind die Strecke mit ihrem Expeditionsmobil gefahren. Dünne Luft, minus 15 Grad, 130 Kilometer zwischen den Grenzposten – und ziemlich viel, das man besser weiß, bevor man selbst dort oben steht.

Aktualisiert am 24. August 2026

Wenn der Paso Agua Negra geschlossen ist

Chile und Argentinien werden über weite Strecken durch die Anden getrennt. Und je weiter man nach Norden kommt, desto höher führen viele der Grenzübergänge.

Einer der spektakulärsten ist der Paso Agua Negra zwischen der chilenischen Región de Coquimbo und der argentinischen Provinz San Juan. Mit rund 4.780 Metern gehört er zu den höchsten internationalen Straßenübergängen der Anden. Der Haken: Agua Negra ist ein saisonaler Pass. Nach aktuellen Angaben der argentinischen Grenzbehörden ist er von Juni bis Oktober geschlossen. (⁠Aktuellen Status des Paso Agua Negra prüfen)

Eine Alternative liegt weiter nördlich: der Paso San Francisco zwischen Copiapó in Chile und Fiambalá in Argentinien. Als Andrea und Mike die Strecke fuhren, war der internationale Grenzübergang nur an bestimmten Tagen geöffnet. Das hat sich geändert.

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Die Andenkette, die sich entlang der gesamten Grenze zwischen Chile und Argentinien erstreckt, beeinflusst auch das Klima, die Ökosysteme und die menschlichen Aktivitäten in der Region.

Paso San Francisco: Heute sieben Tage pro Woche geöffnet

Seit 2025 wird der Paso San Francisco wieder regulär Montag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr betrieben. Auf argentinischer Seite wird die Schranke um 16:30 Uhr geschlossen, auf chilenischer Seite bereits um 15:30 Uhr. (⁠Aktuelle Öffnungszeiten und Grenzstatus)

Wichtig ist das Wort regulär. Denn auf fast 4.800 Metern bestimmen Wetter und Straße den Fahrplan mit. Schnee, Eis oder andere extreme Bedingungen können den Übergang kurzfristig unpassierbar machen. Genau das ist aktuell der Fall: Stand 24. August 2026 ist der Paso San Francisco wegen Schnee auf der Fahrbahn geschlossen. (⁠Aktuellen Status vor der Abfahrt prüfen)

Die chilenischen Behörden führen ebenfalls aktuelle Informationen zu ihren Grenzübergängen. (⁠Grenzübergänge auf chilenischer Seite prüfen)

Kurz gesagt: Nicht losfahren, weil Google Maps eine Straße zeigt. Vorher nachschauen.

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Von Copiapó hinauf in die Anden

Andrea und Mike starten in Copiapó in Chile auf rund 400 Metern über Meer. Vor ihnen liegt die Ruta 31-CH – und ein Höhenunterschied von mehr als vier Kilometern. Nach gut einem Monat auf Meereshöhe wollen sie nicht in einem Rutsch auf fast 4.800 Meter fahren. Deshalb planen sie eine Nacht auf dem Weg ein, damit sich der Körper zumindest etwas an die Höhe gewöhnen kann.

Die Tanks ihres Expeditionsmobils würden eigentlich für die Strecke reichen. Trotzdem kommen in Copiapó sicherheitshalber noch einmal 100 Liter Diesel dazu. Eine vernünftige Entscheidung. Denn wer hier oben auf Tankstellen, Werkstätten oder sonstige Infrastruktur hofft, hat das Prinzip Hochanden noch nicht ganz verstanden.

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Langsam wird die Luft dünner

Die Straße führt zunächst durch ein Tal und steigt kontinuierlich an. Andrea und Mike lassen sich Zeit. Sie halten immer wieder für Fotos an – und gelegentlich auch für den vierbeinigen Gegenverkehr. Auf etwa 2.560 Metern finden sie schließlich eine Parkbucht und beschließen, dort die Nacht zu verbringen. Eine Nacht macht aus Meereshöhenbewohnern noch keine Höhenprofis. Aber der Körper bekommt zumindest etwas Zeit, sich an das zu gewöhnen, was am nächsten Morgen kommt. Mehr als 2.000 weitere Höhenmeter.

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Muscheln in den Anden

Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Pass. Die Vegetation wird immer karger, die Landschaft immer größer – und die Luft spürbar dünner. Als Andrea und Mike neben der Straße ein Stück den Berg hinaufgehen, entdecken sie versteinerte Muscheln. Auf mehreren Tausend Metern Höhe. Was heute zu den höchsten Gebirgsregionen der Erde gehört, erzählt hier ganz nebenbei von einer Vergangenheit unter dem Meeresspiegel.

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Stromausfall an der Grenze

Als Andrea und Mike den Paso San Francisco überqueren, gelten noch andere Öffnungszeiten als heute. Deshalb stehen sie kurz nach der damaligen Öffnung vor dem chilenischen Grenzgebäude. Dann kommt ein Zöllner heraus. Stromausfall. Ohne Strom keine Papiere. Und weil der Grenzübergang damals nicht täglich geöffnet war, hätte ein kaputter Generator im schlechtesten Fall bedeutet: zurückfahren und warten. Zum Glück läuft das Ding nach knapp einer Stunde wieder. Wenig später sind die Ausreisepapiere erledigt.

Heute ist zumindest dieses Problem entschärft: Der Paso San Francisco wird inzwischen regulär sieben Tage pro Woche betrieben. (⁠Informationen zur dauerhaften Öffnung des Paso San Francisco) Dass die Anden trotzdem jederzeit eigene Pläne machen können, bleibt.

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Willkommen auf einem anderen Planeten

Hinter der Grenze beginnt der Teil, wegen dem man diese Strecke nicht einfach als Verbindung zwischen Chile und Argentinien betrachten sollte. Vulkane. Salzseen. Gelbes Gras. Endlose Weite. Kaum Menschen. 

Die Strecke führt durch eine der spektakulärsten Hochgebirgslandschaften Südamerikas. Rundherum ragen einige der höchsten Vulkane der Erde aus der Atacama. Darunter der Ojos del Salado. Mit 6.893 Metern ist er der höchste aktive Vulkan der Erde. Und Andrea und Mike sind mittendrin.

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Auf 4.700 Metern kurz joggen? Schlechte Idee.

Wie ernst man die Höhe nehmen sollte, merkt Andrea ziemlich direkt. Nach ein paar Fotos will sie kurz zum Expeditionsmobil zurück joggen. Keine besonders gute Idee. Schon nach wenigen Metern wird ihr schwindelig.

Auf fast 4.800 Metern enthält die Luft deutlich weniger verfügbaren Sauerstoff als auf Meereshöhe. Selbst kleine körperliche Anstrengungen können plötzlich ziemlich groß werden.

Wer die Strecke fährt, sollte die Höhe deshalb nicht als Nebensache behandeln. Langsam aufsteigen, Belastungen reduzieren und auf den eigenen Körper hören. Bei deutlichen Symptomen einer Höhenkrankheit hilft nicht Durchhaltewillen, sondern vor allem eines: runter.

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Laguna Verde bei minus 15 Grad

Die Landschaft rund um den Paso San Francisco macht es einem allerdings nicht gerade leicht, einfach weiterzufahren. Laguna Verde liegt zwischen den Vulkanen, gelbe Gräser leuchten in der Sonne und dahinter stehen Gipfel von weit über 6.000 Metern. Andrea und Mike würden gerne länger bleiben. Das Thermometer zeigt allerdings minus 15 Grad. Vielleicht doch beim nächsten Mal.

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130 Kilometer zwischen zwei Grenzen

Eine weitere Besonderheit des Paso San Francisco ist die große Entfernung zwischen den Grenzkontrollen. Nach der Ausreise aus Chile ist die Reise nämlich noch lange nicht vorbei. Andrea und Mike fahren rund 130 Kilometer durch die Hochanden, bevor sie die argentinische Grenzstation erreichen. Als sie dort gegen 14 Uhr ankommen, warten bereits etliche Menschen. Der Grund? Der Generator auf der chilenischen Seite macht wieder Probleme. Einige Reisende können deshalb nicht weiter. Andrea und Mike hatten Glück.

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Und irgendwann geht es wieder bergab

Nach der Einreise nach Argentinien verlieren sie endlich wieder Höhe. Noch am selben Nachmittag geht es hinunter auf ungefähr 1.600 Meter. In einem windgeschützten Tal finden sie einen Platz für die Nacht. Nach fast 4.800 Metern, minus 15 Grad und ziemlich dünner Luft fühlen sich 1.600 Meter plötzlich fast wie Meereshöhe an. Von hier aus geht die Reise weiter durch Catamarca.

OLLI Field Notes: Was du vor dem Paso San Francisco wissen solltest

  • Route: Copiapó, Chile → Fiambalá/Catamarca, Argentinien
  • Chile: Ruta 31-CH
  • Argentinien: Ruta Nacional 60
  • Passhöhe: knapp 4.800 Meter
  • Grenzbetrieb: regulär Montag bis Sonntag, 09:00–18:00 Uhr (⁠aktuelle Zeiten prüfen)
  • Schrankenschluss: Argentinien 16:30 Uhr, Chile 15:30 Uhr (⁠aktuelle Angaben)
  • Straßenzustand: kann sich wetterbedingt kurzfristig ändern (⁠aktuellen Grenzstatus prüfen)
  • Paso Agua Negra: saisonal, aktuell Juni bis Oktober geschlossen (⁠Status Agua Negra)
  • Treibstoff: volltanken und Reserve einplanen
  • Wasser & Essen: ausreichend mitnehmen
  • Temperaturen: auch außerhalb des Winters mit extremer Kälte rechnen
  • Höhe: nicht unterschätzen und Zeit zur Akklimatisation einplanen
  • Vor Abfahrt: immer den aktuellen Status auf beiden Seiten der Grenze prüfen (⁠Chile) (⁠Argentinien)

Diese OLLI Field Note basiert auf den Erfahrungen von Andrea und Mike von 4-xtremes bei ihrer Überquerung des Paso San Francisco. OLLI hat ihre Erfahrungen redaktionell neu aufbereitet und die veränderlichen Reiseinformationen anhand offizieller Quellen am 24. August 2026 aktualisiert.

Folge Andrea und Mike hier: 

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