Greetings from the Democratic Republic of the Congo

Greetings from the Democratic Republic of the Congo

GREETINGS FROM … sind kurze Field Notes. Friends of OLLI senden uns ihre Eindrücke von unterwegs.

Demokratische Republik Kongo. 200 Kilometer, drei Tage, kein einziger anderer Tourist: Auf ihrer Transafrika-Westroute von Deutschland nach Kapstadt, 23.000 Kilometer in 140 Tagen, war die Durchquerung der Demokratischen Republik Kongo für Marie, Johnny und Cockerspaniel-Welpin Susi die Etappe, vor der sie am meisten Respekt hatten.

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Liebe Abenteurer

Im Sommer 2025 beschlossen wir spontan, einen alten Traum von Johnny zu verwirklichen: mit dem Auto von Deutschland nach Südafrika. Wir sind keine Profi-Abenteurer. Wir kauften ein Auto, pausierten die Jobs, vermieteten die Wohnung unter und fuhren los – in dieser Reihenfolge. 140 Tage und 23.000 Kilometer später standen wir in Kapstadt.

Die Westroute war ein großes Abenteuer, an das wir uns ein Leben lang erinnern werden. Viele Abschnitte waren allerdings einfacher als erwartet. Eine Ausnahme war die Demokratische Republik Kongo, die neben Nigeria zu den Ländern gehört, vor denen Overlander auf dieser Route am meisten Respekt haben.

Zwei Nächte und drei Tage waren wir im Land und erlebten in dieser kurzen Zeit genau das, was wir uns vor der Abreise für die ganze Transafrika vorgestellt hatten: anspruchsvolles Offroad, eine ungewöhnliche Fährfahrt, unberührte Wasserfälle, eine kleine Konfrontation mit Bewaffneten und keinen einzigen anderen Touristen.

Vier Kalaschnikows und zwei Stunden Geduld

Die Grenze überquerten wir beim kleinen Ort Tombo. Am Dorfeingang stehen vier Männer mit AK-47 hinter einer Schranke und rauchen Gras. Der Schlüssel muss erst aus dem Dorf geholt werden. Dort ziehen sich die Formalitäten, der Beamte fragt offen nach Essen, Alkohol, Geld oder Zigaretten. Wir geben nichts und verbringen dafür gut zwei Stunden bei ihm.

Steil, steinig, einsam

Später fahren wir Richtung Luozi, wo unser Carnet abgestempelt werden soll und die Fähre über den Kongo ablegt. Die meisten Overlander nehmen diese Route nicht, sondern fahren über Cabinda und anschließend über die Brücke bei Matadi.

Die Piste ist steil, steinig, verwaschen und einsam. Einmal stehen wir so schräg, dass wir glauben, umzukippen. Ein anderes Mal sackt der Toyota Land Cruiser bei einer Wasserdurchfahrt so weit ein, dass wir denken, stecken zu bleiben. Doch wir kommen wieder heraus.

In zwei Tagen begegnen uns gerade einmal zwei Autos und eine Handvoll Motorroller. Luozi ist an einem Tag nicht zu schaffen, also suchen wir uns unterwegs einen Platz zum Wildcampen. Hügelig, grün, unverbaut, im Hintergrund der mächtige Kongo: wunderschön und beeindruckend.

Die Fähre über den Kongo bei Luozi

Die Fähre bei Luozi ist vielleicht das spektakulärste Erlebnis unserer Reise. Feste Abfahrtszeiten gibt es nicht, wir verbringen die Wartezeit mit Cola. Neben uns baden Menschen und waschen ihre Kleidung. Die Fähre ist alt, rostig, laut und sehr voll: Platz für rund vier Autos, einige Motorroller und gut hundert Menschen. Wir bekommen die Aufmerksamkeit sämtlicher Passagiere, fühlen uns aber sicher.

Der Kongo ist breit, dunkel und schnell. Wir stehen an der Reling, spüren die Wucht dieses Flusses unter uns und haben das Gefühl, zu wissen, warum wir diese Reise machen.

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💡 Wusstet ihr, dass die heutige Fähre von Luozi schon seit fast 30 Jahren Fahrzeuge über den mächtigen Kongo bringt? Eine Brücke gibt es hier nicht. Wer auf die andere Seite will, muss auf den Bac de Luozi, einen motorisierten Ponton aus dem Jahr 1997. Sein Vorgänger kenterte 1995 – mehrere Menschen kamen ums Leben. Und auch der heutige Bac hat seine besten Jahre längst hinter sich. Rost, technische Ausfälle und Wasser im Rumpf gehören inzwischen zum Alltag. Die Überfahrt dauert rund 20 Minuten und hat für uns und unser Fahrzeug 25.000 kongolesische Franc, ca. 10 USD gekostet.

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Die Vampa-Wasserfälle

Hinter dem Fluss geht es über staubige, teils matschige Pisten weiter nach Kimpese, wo wir die Nacht in einem Kloster verbringen. Am nächsten Morgen fahren wir zu den kaum bekannten Vampa-Wasserfällen – eine absolute Naturschönheit.

Der Weg führt über eine wackelige Eisenbrücke und durch bewirtschaftete Felder. Am Eingang steht ein heruntergekommenes Gebäude, dazu ein Holztisch und ein einheimischer Guide.

Nach starken Regenfällen führt der Fluss ungewöhnlich viel Wasser. Wir ziehen die Schuhe aus und wandern barfuß über nasse Steine und durch schmale Passagen. Am Ziel beeindruckt uns vor allem die völlige Abgeschiedenheit: ein hoher, kraftvoller Wasserfall, keine touristische Infrastruktur, keine anderen Besucher. Wir können sogar im Becken am Fuß schwimmen.

Drei Tage. 200 Kilometer. Und trotzdem die Etappe, an die wir zuerst denken, wenn uns jemand nach der Transafrika fragt.

Liebe Grüße, Johnny, Marie & Susi

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