Während andere Oldtimer auf Hochglanz polieren, fährt Thomas Neeser einfach los. Nicht zum Treffen. Nicht zur Ausstellung. Sondern ans Ende der Strasse.
Seine Fahrzeuge sind alt. Sehr alt.
Citroën C4 von 1932, Traction Avant 11B von 1953, 2CV mit mehr Kilometern als manche Neuwagen im ganzen Leben sehen. Aber sie stehen nicht. Sie leben.
Was bei anderen ein Scheunenfund ist, ist bei ihm der Anfang eines neuen Kapitels. Jede Schraube wird zerlegt, repariert, neu gedacht – nicht für Perfektion, sondern für Belastbarkeit. Denn diese Autos sollen nicht gefallen. Sie sollen funktionieren.
Mit dem C4 fährt er mit Familie, Motorrad und Zelt auf dem Dach 7’000 Kilometer bis an den Atlantik und nach Korsika. Nicht über Autobahnen, sondern über Nebenstrassen, Pässe, Schotter, Staub. Übernachtet wird dort, wo der Tag endet
„Es ist völlig egal, wie lang es dauert. Wir brauchten vier Stunden für zwölf Kilometer. Aber wir lernten, dass eine lange Fahrt sich nicht lang anfühlen muss!“ 
Der Traction Avant ist sein Statement.
Vorderradantrieb, selbsttragende Karosserie, tiefer Schwerpunkt – seiner Zeit Jahrzehnte voraus. Und heute? Mit Dachträger, Zelt und Werkzeug fährt Thomas damit durch Steinwüsten, über Geröll, dorthin, wo eigentlich nur moderne Offroader erwartet werden.
Er nennt es nicht Expedition.
Er nennt es Fahren.
„Ich versuche immer, die schmalste und direkteste Route auf der Karte zu fahren. Weiße und graue Linien meist!"
Unterwegs wird geschraubt, gekocht, geschlafen, weitergefahren. Manchmal restauriert er am Strassenrand ein Velosolex. Manchmal sammelt er Müll von Stränden, bevor er sein Lager aufschlägt.
Auf dem Dach prangt Clean Up The World.
Nicht als Botschaft. Als Haltung.
„Den Citroën hatte ich bis auf die letzte Schraube zerlegt und mit vollem Patina-Erhalt leicht optimiert wieder aufgebaut … bis auf die Kupplung – mein eigener Fehler – ist er toll zum Reisen!“
Thomas Neeser ist kein Romantiker. Er ist ein Macher. Einer, der zeigt, dass Abenteuer keine PS-Zahl braucht – sondern Mut, Zeit und Respekt vor dem Material.
Alte Citroëns bis ans Ende der Welt fahren?
Für ihn ist das keine verrückte Idee.
Es ist einfach der logischste Weg.
Wer wissen will, wo diese alten Citroëns wiedergeboren werden – und warum sie mehr können als nur schön aussehen:
Handwerk rund um die schöne Mechanik.